Schwule Filme: SITCOM (Frankreich 1998)


Sitcom« (Frankreich 1998) ist Francois Ozons erster Langspielfilm, eine überdrehte Satire, in der alle mit allen schlafen: die Mutter mit ihrem Sohn (weil sie ihn dadurch von der Homosexualität erlösen will), die Tochter zunächst ganz konventionell mit ihrem Freund, später, nach einem Unfall, ist sie querschnittsgelähmt und verlangt ein bißchen nach sadomasochistischen Praktiken, um Gefühle bei sich zu erzeugen; das Dienstmädchen schläft mit dem Freund der Tochter, später mit der Mutter und der Mann vom Dienstmädchen hat etwas mit dem Sohn der Familie. Nur der Vater hält sich aus allem raus. Normaler wirkt er deshalb auch nicht. Eines Tages bringt er eine Laborratte mit nach Hause, die er am Ende grillt, aufißt und sich in sie verwandelt, überlebensgroß. Er wird von der Familie getötet.

Ozons frühes Werk haut einen nicht gerade vom Hocker. Aber wir betreten mit diesem überkandidelten Film neues Terrain, was diese Kolumne betrifft: Erotic-Food. Klingt gefährlich. Oder vielversprechend. Je nachdem. Essen, das anmacht, scharf macht, aphrodisiert. Von Austern hat man ja schon viel gehört. Die Speise der Reichen. Dank Ozon können sich jetzt auch arme Menschen erotisierende Lebensmittel leisten. In seinem Film ißt die Familie Zucchini (Achtung: Saison ist seit Juli), und fast alle bekommen Gefühle (außer dem Vater). Zunächst schneidet die Tochter mehrere Zucchini in Scheiben, die ihr Bruder vorher für Liebesspiele mit seiner Männergruppe benutzte. Einige Zucchini werden von der Mutter zärtlich wie Penisse abgerieben, beziehungsweise abgerubbelt. Nachher sitzt die ganze Familie am Eßtisch, die Mutter lächelt wie irre und fragt ihren Sohn: »Schmeckt gut die Zucchini mit einem Hauch Olivenöl. Habe ich nicht recht?« Der Sohn antwortet mit orgiastischem Blick: »Ich liebe das.« Die Tochter wird nicht gefragt, meint aber auch, ihr gehe einer ab. Nur der Vater sagt, die Zucchini seien eßbar, mehr nicht.

Vorher gab es auch schon eine mächtig sexuell aufgeladene Szene, die mit Essen zu tun hatte. Die Tochter (die noch nicht querschnittsgelähmt ist) und ihr Freund liegen auf dem Bett und knutschen heftig. »Wollen wir ficken?« fragt der Freund. Sie: »Das Essen ist gleich fertig.« Er: »Was gibt es denn?« (stöhnt wollüstig dabei). »Fleisch mit gebratenen Kartoffeln, Knoblauch und Petersilie«, antwortet die Tochter, ebenfalls stöhnend. Wer also Lust hat auf viel Klamauk und auf Themen wie Homosexualität, Inszest, Sadomasochismus und Sex mit Tieren, der sollte sich den Film anschauen. Wer einfach nur mal wieder erregt werden möchte und dazu Hilfe benötigt, dem sei folgendes sehr schnell und sehr einfach zubereitete Zucchini-Gericht ans Herz gelegt:

800 g kleine Zucchini in Scheiben schneiden und in leicht gesalzenem Wasser halb weich kochen. Die Zucchinischeiben gut abtropfen lassen, salzen, pfeffern, mit dem Saft einer halben Zitrone beträufeln und mit vier EL Olivenöl begießen. Fünfzehn Minuten ziehen lassen und mit fein gehacktem Basilikum bestreut servieren. Gut schmecken die Zucchinischeiben auch wenn man sie mit gehackten Walnüssen bestreut oder ein paar Garnelen (geschält und gekocht) darüber gibt. Dazu schmeckt Baguette, das man in der Mitte durchgeschnitten, mit Knoblauchbutter bestrichen und ein paar Minuten im Ofen gebacken hat.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sitcom_(Film)

Trailerlink

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