GayRights in Turkey


Etwa 20 Monate nach dem "Ehrenmord" an Ahmet Yildiz ist dieser zu einem Symbol geworden. Es gibt Plakate und T-Shirt mit seinem Bild. (Foto: dpa)

Etwa 20 Monate nach dem "Ehrenmord" an Ahmet Yildiz ist dieser zu einem Symbol geworden. Es gibt Plakate und T-Shirt mit seinem Bild. (Foto: dpa)

Ahmet Yildiz wurde am 15. Juli 2008 von mehreren Kugeln tödlich getroffen. Der junge Türke soll von seinem Vater erschossen worden sein. Weil er schwul war.

Etwa 20 Monate nach dem „Ehrenmord“ an dem türkischen Homosexuellen Ahmet Yildiz in Istanbul macht sich dessen früherer Lebensgefährte wütend Luft. Vor einer Zeugenaussage in einem Istanbuler Gericht beklagt der in Köln lebende Ibrahim Can öffentlich, dass die Behörden Schwule nicht vor Gewalt schützen und die türkische Gesellschaft sich ihnen gegenüber verlogen verhalte. „Gelobt sei Allah, ich bin Moslem. Ich bin homosexuell, und das ist auch gut so. Weil ich die Wahrheit vertrete, weil ich Tabus breche, habe ich ein ruhiges Gewissen“, sagt Can, ein bärtiger, schwergewichtiger Mann, der als Kind nach Deutschland kam.

Der Fall Yildiz ist in der Türkei und darüber hinaus zu einem Symbol geworden. Es gibt Plakate und T-Shirts mit seinem Bild. Der 26-jährige war am 15. Juli 2008 von mehreren Kugel tödlich getroffen worden, die sein nun wegen Mordes angeklagter Vater abgefeuert haben soll. Der junge Mann hatte noch für sein Staatsexamen als Physiklehrer gelernt und in einer Pause für sich und seinen Freund Can ein Eis holen wollen. Can hörte die Schüsse vor dem Haus. Er rannte auf die Straße, wo der Sterbende mit seinem Auto im Rückwärtsgang ein Gebäude gerammt hatte.
Vater auf der Flucht
Aus der Familie Yildiz hatte es vorher Morddrohungen gegeben. Zeitweise war Ahmet in Istanbul unter familiäre Aufsicht gestellt worden. Sie wollten ihn erst von einem Arzt „heilen“ lassen, bedrohten ihn, suchten „nach einem Ausweg für den missratenen Sohn“, wie das spätere Opfer schrieb. Die Eltern sind Kurden aus dem Osten der Türkei. Das Mobiltelefon des Vaters wurde in der Mordnacht nahe des Tatortes in Istanbul lokalisiert, kurz darauf im Norden des Nachbarlandes Irak. Er ist seitdem auf der Flucht.

„Der Staatsanwalt hat versagt und es versäumt, die erforderlichen Maßnahmen für die Sicherheit von Ahmet einzuleiten, der bei ihm vergeblich Schutz suchte“, sagt Can am Donnerstag. „Ich missbillige auf Schärfste, dass sich die Gesellschaft durch Schweigen, Applaudieren, durch Isolieren zum Mittäter macht.“
Türkei in der Kritik
In die Kritik von türkischen Menschenrechtsgruppen ist zuletzt vor allem Selma Aliye Kavaf gekommen, Familienministerin der islamisch-konservativen AKP-Regierung. „Ich glaube, Homosexualität ist eine biologische Störung, eine Krankheit“, hatte sie im März in einem Zeitungsinterview gesagt. „Sie muss behandelt werden.“

Zwar ist Homosexualität in der Türkei nicht ausdrücklich verboten. Schwule und Lesben werden aber immer wieder unter dem Vorwurf verfolgt, sie störten die öffentliche Moral oder traditionelle Familienwerte. Die türkische Armee bewertet Homosexualität als psychische Störung, die Männer wehruntauglich macht.

Immer wieder gab es an den EU-Beitrittskandidaten Türkei die Forderung, die Diskriminierung abzustellen. Solange es kein Antidiskriminierungsgesetz zum Schutz von Homosexuellen gebe und die Polizei ihre Schutzpflichten nicht ernst nehme, werde es weitere Morde geben, erklärte Human Rights Watch bereits im vergangenen Jahr. Es gebe ein Klima der Gewalt. „Wenn es um Menschenleben geht, kann die Türkei ihre Verpflichtungen nicht weiter ignorieren.“

(Quelle)

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Eine Antwort zu GayRights in Turkey

  1. monex schreibt:

    Diyarbakir T rkei – Im Juli erschien die erste Ausgabe des kurdischen LGBT-Magazins Hevjin Gemeinschaft . In dem Artikel wird auch ber den Verein GLADT – Gays and Lesbians aus der T rkei – berichtet.

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