HIV-„Hauptstadt“ in Sachsen ist Leipzig


Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Aidserreger HIV ist in Sachsen stark gestiegen. 117 Menschen haben sich im vergangenen Jahr im Freistaat mit HIV infiziert. Das sind nach Medienberichten 32 mehr als im Jahr davor. Nach Angaben des Leipziger Gesundheitsamtes sind in der Messestadt 48 Neuinfektionen registriert worden, in Dresden 31 und in Chemnitz 16. Die übrigen 22 Erkrankten leben außerhalb der drei Großstädte. Der HI-Virus kann die lebensgefährliche Immunschwächekrankheit Aids auslösen.

25 Infektionen bei einer einzigen Party

Allein bei einer einzigen Party in Leipzig sollen sich nach Informationen der „Leipziger Volkszeitung“ im Herbst vermutlich 25 heterosexuelle Menschen angesteckt haben. Ihr Anteil bei den mit HIV infizierten Personen sei damit auf 21 Prozent gestiegen. Bislang infizierten sich nach Behördenangaben zumeist homosexuelle Männer neu. Der Leipziger Fall soll deshalb aufgefallen sein, weil sich viele Erstinfizierte kannten. Das Gesundheitsamt bestätigte die Angaben nicht. Weil die Meldung über Infektionen anonym erfolgten, könnten Infektionsketten nicht aufgedeckt werden.

Die Gesundheitsbehörden warnen vor zunehmender Sorglosigkeit beim Thema Aids. Die Bevölkerung unterschätze die Gefahr von HIV, die trotz neuer Behandlungsmöglichkeiten bestehe. Die Aidshilfe Leipzig beklagte, dass in Deutschland große Präventionskampagnen schon Jahre zurücklägen. Legendär war beispielsweise eine TV-Kampagne mit Hella von Sinnen und Ingolf Lück aus den 1990ern, die an einer Supermarktkasse spielte und im indiskreten Satz „Tina, wat kosten die Kondome“ gipfelte.

Aids spiele heute hingegen zumeist nur noch im Zusammenhang mit Afrika eine Rolle, hieß es von der Aidshilfe Leipzig. Durch Sorglosigkeit verbreiten sich auch andere sexuell übertragbare Krankheiten wieder mehr, betroffen davon sind immer häufiger Jugendliche.
70.000 Infizierte in Deutschland

Nach Angaben des Robert Koch Instituts leben in Deutschland rund 70.000 Menschen mit dem HI-Virus, rund 57.000 davon sind Männer und etwa 200 Kinder. Hauptinfektionsweg sei gleichgeschlechtlicher Sex, gefolgt heterosexuellem Geschlechtsverkehr und Drogenkonsum. Bei rund 760 Infizierten brach vergangenes Jahr die Krankheit Aids aus, 550 Menschen in der Bundesrepublik starben daran. (Quelle)

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