Linke und feministische Gruppen protestierten


Fundamentalistische Christen mit weißen Holzkreuzen zogen am Sonnabend durch Berlins Mitte, um gegen »Abtreibung und Euthanasie« zu demonstrieren. Organisiert wurde der »Marsch für das Leben« wie schon in den Vorjahren vom »Bundesverband Lebensrecht« (BVL), einem Dachverband von 14 deutschen und österreichischen Organisationen.

Wie in den letzten Jahren demonstrierten auch diesmal antifaschistische und feministische Gruppen gegen den Schweigemarsch. Deren »What the Fuck«-Bündnis zog eine positive Bilanz der Proteste: Die Fundamentalisten hätten »ihre antifeministischen, homophoben und nationalistischen Vorstellungen« nicht unwidersprochen äußern können. Die vom BVL angegebene Zahl von 2200 Marschierern bezeichnete die Pressesprecherin des Bündnisses, Joanna Doe, als »weit übertrieben«.

Auf der Auftaktkundgebung der selbsternannten Lebensschützer bezeichnete der BVL-Vorsitzende Martin Lohmann die »Tötung noch nicht geborener Menschen« als die häufigste Todesursache weltweit. Sowohl der neue Berliner Erzbischof Rainer Woelki als auch der Botschafter des Papstes in Deutschland, Jean-Claude Périsset, hatten Grußworte geschickt. Die Auftaktkundgebung am Kanzleramt wurde durch eingesickerte Gegendemonstranten nachhaltig gestört. Sie warfen Konfetti, riefen Parolen und schwenkten Dildos sowie aufgeblasene Kondome. Bei der Ausgabe der Kreuze kam es zu absurden Szenen: Auch hier hatten sich Feministinnen und Antifaschisten unter die Abtreibungsgegner gemischt. Da der Polizei offensichtlich viel am geordneten Ablauf der Veranstaltung lag, ermahnte sie immer wieder Protestierer, ihr Kreuz »anständig« – gemeint war mit dem kurzen Ende nach oben – zu tragen, da man es ihnen sonst wegnehmen müsse. Vier Gegendemonstranten wurden vorübergehend festgenommen. Der ökumenische Abschlußgottesdienst fand wieder in der katholischen Bischofskathedrale St. Hedwig am Bebelplatz statt. Wie im vergangenen Jahr wurden nach dem Gottesdienst Freiexemplare der rechtskonservativen Wochenzeitung Junge Freiheit verteilt.

In Zürich fand zeitgleich eine Demonstration von Abtreibungsgegnern statt. Die Schweizer Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und Gummischrot gegen die Protestierer ein.

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