The Scary Guy


Außen hart und innen ganz weich: Tattoo-RebellThe Scary Guy“ war früher Baby-Fotograf und kämpft heute für mehr Verständnis und Toleranz.

Beim Beruferaten wäre dieser Typ eine harte Nuss. Mit Drogen gedealt, in den Wrestling-Ring gestiegen oder im Gefängnis eingesessen ist The Scary Guy, so sein eingetragener Name, noch nie. Und doch möchte man ihm nicht in einer dunklen Ecke begegnen: 85 Prozent seines 1,80 Meter großen Körpers sind mit Tätowierungen bedeckt, und Goldzähne sowie zahlreiche Piercings und Schrauben zieren sein Gesicht.

Bart und Irokesenschnitt färbt er je nach Laune wasserstoffblond, blau oder leuchtend rot. Doch hinter dem extremen Äußeren steckt nicht das, was man vielleicht erwartet. In seinem Film „Die Tattoo-Therapie“ erzählt Regisseur Uli Kick die Geschichte eines Rebellen.

Angefangen hat alles mit einem harmlosen, grünen Drachen auf dem Oberarm. Damals war „Scary“ 30 Jahre alt und mitten in einer Sinnkrise. „Wer bin ich“ und „Warum bin ich hier“ – diese Fragen stellte sich der frühere Computerverkäufer. Die Antwort fand er in einem Tattoo-Shop in Tucson, Arizona. Sein erster Tätowierer verabschiedete ihn damals mit den Worten „Es wird nicht dein Letztes bleiben“. Und er sollte Recht behalten.

„Die Leute denken, ich sei ein Dealer, ein Mörder oder ein Vergewaltiger oder zumindest jemand mit einer schweren Kindheit. Keiner checkt es wirklich“, beschreibt The Scary Guy die teils heftigen Reaktionen auf sein Äußeres. Damit umzugehen war nicht immer leicht für ihn, denn Zurückweisung, Ausgrenzung und offene Aggression musste der Sozialarbeiter in seinem Leben häufig einstecken. Letztlich speist sich gerade aus diesen Erfahrungen sein heutiger Erfolg als Streitschlichter und Verhaltenscoach.

Wenn er den sogenannten Problemkids in seinen Seminaren von negativer Energie erzählt und ihnen beibringt, wie sie mit ihrer Wut umgehen können, ist er in seinem Element. Die Tattoos gehören für den Amerikaner dazu, er kann sich ein Leben ohne den Bildband auf der Haut nicht vorstellen: „An Halloween habe ich mir mal alles mit Theaterschminke abgedeckt und bin als alte Version meiner selbst gegangen. Da bin ich total erschrocken.“

„Scarys“ Botschaften sind simpel und umso wirkungsvoller. Er kämpft für eine Welt, in der Menschen einander nicht nach dem Äußeren bewerten und respektvoll miteinander umgehen. Seine Waffen sind Worte und die Vorurteile, die er entkräftet. Über weitere Tattoos denkt er momentan nicht nach, „obwohl ich noch freie Flächen auf dem Rücken und am Hintern habe“. 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Antibullying abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s